Baureihe 218 - Technik - Getriebe

In den Loks der Baureihe 218 werden Getriebe zweier Hersteller eingebaut. Dabei handelt es sich um das MTU-Getriebe K 252 SUBB sowie um die Voith-Getriebe L 820 brs (mit H-Bremse) und L 820 rs (ohne H-Bremse).

Gemeinsamkeiten beider Getriebebauarten (Serienloks):

  • 2 hydraulische Drehmomentwandler
  • Wandler 1 mit Teilgetriebefüllung in Fahrstufe 1
  • Getriebeeingangsleistung von 1486 kW bei 1500 U/min
  • Stufenschaltung für Schnell-/Langsamgang

Gesamtansicht der beiden Getriebe in eingebautem Zustand

Voith-Getriebe L 820 brs der 218 423 mit Sprungschaltwerk

MTU-Getriebe K 252 SUBB, eingebaut in 218 405

Voith-Getriebe L 820 brs

Dieses Getriebe verfügt über einen Ölinhalt einschließlich Wärmetauscher von maximal 545 Liter Kraftübertragungsöl. Die Stufenschaltung zwischen Schnell- und Langsamgang (140/100 km/h) erfolgt durch mechanische Betätigung des Umschalthebels. Dabei werden die Bauarten mit und ohne Sprungschaltwerk unterschieden. Bei der Stufenschaltung ohne Sprungschaltwerk erfolgt die Umschaltung durch Entriegeln eines Sperrstiftes und umlegen des Stufenschalthebels am Getriebe, während bei Getrieben mit Federsprungschaltwerk die gewählte Endlage automatisch gehalten wird.

Die Wendeschaltung erfolgt elektropneumatisch. Sie darf bei laufendem (leerlaufdrehzahl) oder stehendem Motor, kann jedoch nicht bei gefülltem Getriebe durchgeführt werden. Ein Tastventil überwacht den Stillstand der Lok bei der Wendeschaltung.
Der Füllauftrag erfolgt in den Fahrstufen 2 bis 15 (Fahrstufe 1 nur Getriebeteilfüllung). Die Schaltpunkte von Wandler I auf Wandler II liegen im Schnellgang bei ca. 100 km/h, im Langsamgang bei etwa 65 km/h (bezogen auf Fahrstufe 15).

Als Überwachungseinrichtungen sind eingebaut:

  • Tastventil » Verhindert die Durchführung einer Wendeschaltung bei drehendem Sekundärteil (fahrende Lok)
  • Richtungswendekontaktgeber » Verhindert Getriebefüllung bei Zahn-vor-Zahn-Stellung
  • Anzeige Getriebeöltemperatur » Wird auf Führestand 1 angezeigt. Unzulässig hohe Werte werden zusätzlich durch einen Tableauleuchtmelder angezeigt
  • Übertourungsschutz » Entleert bei unzulässig hohen Geschwindigkeiten die Hauptluftleitung, es erfolgt also eine Zwangsbremsung. Die Einrichtung spricht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20% an. Die Rückstellung erfolgt mechanisch am Getriebe.

MTU-Getriebe K 252 SUBB

Das Getriebe verfügt über einen Ölinhalt einschließlich Wäremtauscher von maximal 600 Liter Kraftübertragungsöl. Die Stufenschaltung (Schnellgang/Langsamgang) erfolgt durch entriegeln und umlegen des Stufenschalthebels. Die Stufenschaltung kann bei stehendem oder laufendem Motor, jedoch nur bei entleertem Getriebe und stehender Lok durchgeführt werden. Bei laufendem Motor erfolgt die Umstellung mittels Öldruck, bei stehendem Motor mittels Druckluft. Im Prinzip gilt das für die Stufenschaltung gesagte auch für die Wendeschaltung.

Der Füllauftrag erfolgt in den Fahrstufen 2 bis 15 (Fahrstufe 1 nur Getriebeteilfüllung). Die Schaltpunkte von Wandler I auf Wandler II liegen im Schnellgang bei ca. 110 km/h, im Langsamgang bei etwa 70 km/h (bezogen auf Fahrstufe 15). Anders als beim Voith-Getriebe wird dem Lokführer beim MTU-Getriebe die Umschaltung von Wandler I auf Wandler II mit kurzem Aufblinken des Leuchtmelders "Getrieb-Störung" angezeigt.
Die Überwachungseinrichtungen sind ähnlich, stark abweichend ist hier nur der Übertourungsschutz. Beim MTU-Getriebe erfolgt keine Entleerung der Hauptluftleitung, sondern lediglich eine Unterbrechung des Kraftflusses im Getriebe. Zum Rückstellen muss nicht angehalten werden, abhängig von Geschwindigkeit und Motordrehzahl, stellt sich der interne Übertourungsschutz des MTU-Betriebes selbstständig zurück.

Getriebe der Vorserienloks ohne H-Bremse

Offensichstliche Unterschiede stellen die niedrigere Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h, sowie das fehlen der H-Bremse dar.

Anbauteile

Wärmetauscher » In den Wärmetauschern wird die Wärmeenergie des Kraftübertragungsöls an das Kühlwasser abgegeben. Es ist ein Getriebeölwärmetauscher und bei den Loks mit H-Bremse ein Bremsölwärmetauscher eingebaut, der nur bei H-Brems-Betrieb zugeschaltet wird. Ein nichtzuschalten bemerkt der Lokführer am schnellen Ansteigen der Getriebeöltemperatur im Bremsbetrieb.

Abtriebe » Abtriebe gibt es beispielsweise für die Zugheizung oder die Lüfterpumpe


© Text und Fotos Frank Zimmermann

© Günter Kunkel, September 2012
Joomla template by TG